5 sichere Wege, Ihren Mitarbeitern E-Learning zu vermiesen

Kategorien Fachbeitrag

7. June 2018

E-Learning – davon sollen sich Ihre Mitarbeiter nur ja fernhalten? Dann haben wir hier fünf heiße (und nicht ganz ernstgemeinte) Tipps, wie Sie Ihren Mitarbeitern Online-Kurse auf jeden Fall vermiesen:

1. Finden Sie einen möglichst schlechten Anbieter!

Schlechte Dozenten, langweilige und irrelevante Inhalte, unprofessionelle Videos – das ist die richtige Mixtur für den schnellen Schock beim E-Learning. Ihr Mitarbeiter wird entweder einschlafen, sich wundern, was Sie eigentlich von ihm wollen oder sich damit beschäftigen, die "Ähms" des Vortragenden zu zählen. Die Themen sind richtig kompliziert aufbereitet? Es geht nur um Theorie, ohne jegliche praktische Anwendbarkeit? Perfekt, nach dieser Tortur geht Ihnen bestimmt niemand mehr mit dem Wunsch nach Online-Seminaren auf die Nerven.

2. Bieten Sie eine möglichst geringe Themenauswahl an!

Gut, es hätte noch weitere Kurse im Angebot gegeben, aber die alle einzukaufen, wäre nun wirklich zu teuer gewesen. Also beschränken Sie sich auf das Wesentliche: Präsentieren, verhandeln und arbeiten im Team. Falls jemand diese Themen schon bearbeitet hat – prima, dann ist das auch erledigt. Wenn Ihre Mitarbeiter sich gerne in anderen Bereichen weiterbilden wollen: nicht Ihr Problem! Am Ende bekommen sie noch Spaß an der Weiterbildung, wollen immer mehr lernen und sich ständig weiterentwickeln. Nicht auszudenken!

3. Nutzen Sie ein richtig kompliziertes System!

Wer in Ihrem Unternehmen Online-Kurse belegen will, der muss schon mit Chuck Norris verwandt sein: Erst muss er sich ein automatisch generiertes Passwort merken, das aus 14 Buchstaben und 14 Ziffern besteht. Anschließend muss er die Website dazu bringen, in unter fünf Minuten zu laden. Nach dem Einloggen macht er sich auf die Suche nach diesen Seminaren, die hier irgendwo verborgen sein sollen. Und selbstverständlich kann man den Weiterbildungskurs nur am Firmen-PC absolvieren. Chuck Norris hat übrigens schon 100 E-Seminare absolviert. Sagt man.

4. Nehmen Sie E-Learning nicht ernst!

Tolle Taktik: Sie machen allen Mitarbeitern klar, was für eine alberne Sache E-Learning ist. Braucht keiner, will keiner, bringt eh nichts. Nach dem Motto: "Weiterbildung muss man halt machen, also bringen wir es schnell hinter uns." Augen zu und durch, dann ist es vorbei. Deshalb: schnell und wahllos irgendein Filmchen angucken. Selbstverständlich ohne Vor- und Nachbereitung. Damit ist der Pflicht genüge getan, und nur darum geht es doch, oder?

5. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter mit dem E-Learning allein!

Nun gut, der Geschäftsführer hat sich für Online-Kurse ausgesprochen und der Firma ein Online-Angebot eingekauft. Damit wäre ja alles erledigt, den Rest müssen schon Ihre Mitarbeiter machen. Wenn doch einer kommt und nachfragt, raten wir zu klaren Ansagen wie: "Keine Ahnung, wie du das in deinen Arbeitsalltag integrieren sollst – am besten machst du die Kurse in deiner Freizeit." Auch effektiv: "Du musst schon selbst wissen, welche Seminare für dich geeignet sind. Ich habe wirklich Wichtigeres zu tun!" Und auf gar keinen Fall sollten Sie den Lernfortschritt Ihrer Mitarbeiter kontrollieren – etwa um zu sehen, was sie aus dem Seminar mitgenommen haben oder ob es auf den Bedarf Ihrer Mitarbeiter zugeschnitten war.

Falls Sie unsere heißen Tipps doch nicht befolgen möchten und Ihre Mitarbeiter schließlich zu großen Fans von E-Learning werden – sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt!

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Autor: Carolin Metz ist leidenschaftliche Leserin und Texterin. Als Online-Redakteurin ist sie spezialisiert auf Karriere, Personalmarketing & HR.